Stellungnahme

Sanierung des Freibades Rodheim

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STIMME RosbachRodheim

Stellungnahme zur beabsichtigten Sanierung des Freibades Rodheim – Einreichung einer Sanierungsvariante – Vorschlag des Magistrats vom 08.05.2020 zum Förderprogramm „SWIM“ des Landes Hessen

Die STIMME RosbachRodheim unterstützt uneingeschränkt die Bemühungen, in Rodheim ein Freibad zu erhalten. Einen entsprechenden Antrag haben wir bereits im Januar 2017 in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, die ihm mehrheitlich zustimmte. Dabei spielt für uns der Standort, wo in Rodheim, eine untergeordnete Rolle. In Anbetracht der nicht unerheblichen Investitionskosten kommt es uns vielmehr auf Effektivität und Zukunftsfähigkeit an.
Die Erbauer des jetzigen Schwimmbads hatten die Weitsicht, aus einem zunächst geplanten Feuerlöschbecken ein wettkampftaugliches Bad zu errichten, außerhalb der bestehenden Wohnbebauung. Dennoch stellte man bereits Anfang der 1960er Jahre fest, dass der Parkbereich für Pkw nicht ausreichte (Rodheimer Hefte, Nr. 9, S.26 und 45).

Eine Sanierung des jetzigen Freibades ist nur im Bestand möglich, jegliche Erweiterungs- oder Ergänzungsmaßnahmen sind in Zukunft nicht mehr zu realisieren.

Wir sind der Auffassung, dass es dem weitaus größten Teil der Bürgerinnen und Bürger – nicht nur Rodheimern – egal ist, ob sie ein Schwimmbad am jetzigen Standort oder aber außerhalb der Wohnbebauung benutzen können, sie wollen ein Bad vor Ort. Deshalb haben wir von Anfang an gebeten, einen Alternativstandort in Rodheim, z.B. an der Sportallee, zu prüfen.

Die vorgesehene Variante kostet die Stadt Rosbach ca. 2,5 Mio Euro, plus 600 Tsd. € Steuergeld vom Land Hessen.

Unsere Alternative: Ein Neubau an anderer Stelle wird geschätzte 6 Mio. Euro kosten. Das jetzige Schwimmbadareal wäre für ca. 4 Mio. Euro für Wohnbebauung (z.B. mit Mehrgenerationenhaus oder Ökosiedlung) zu vermarkten. Der Landeszuschuss würde sich auf ca. 960 Tsd. Euro belaufen, sodass die Stadt noch ca. 1,04 Mio. Euro aufbringen müsste.

Also für rund 900 Tsd. Euro weniger als die geplante Sanierung ein neues, zukunftsfähiges Schwimmbad mit Potenzial in unmittelbarer Nähe zur Schule.

Das unbedingte Festhalten am jetzigen Standort entspringt nach unserer Wahrnehmung eher einem Bauchgefühl als einem nüchternen Abwägungsprozess. Eine kluge Investition in die Zukunft? – eher nicht!

Wir werden deshalb der Vorlage nicht zustimmen, respektieren aber selbstverständlich die Mehrheitsentscheidung.

Lieber ein Schwimmbad am falschen Ort als gar keins.

Dieter Kurth
Fraktionsvorsitzender
02. Juni 2020