17.03.2026, 22:24 Uhr
Von: David Heßler
Die Wählervereinigung „Stimme RosbachRodheim“ wird zur zweitstärksten Kraft. Zusammen mit der CDU hätte sie eine Mehrheit im Parlament.
Rosbach – Rosbach hat blau gewählt: Die Wählervereinigung „Stimme RosbachRodheim“, deren hellblaues Logo viele Masten in den drei Stadtteilen zierte, darf sich als Sieger der Kommunalwahl vom Sonntag fühlen. Sie holte 22,2 Prozent der Stimmen und sieben Sitze in der 31-köpfigen Stadtverordnetenversammlung. Auch ein zweiter Sitz im Magistrat wird der „Stimme“ zugesprochen. Die FDP ist dafür raus aus der Stadtregierung.
„Stimme“-Fraktionschef und -Spitzenkandidat Christoph Käding ist stolz auf das Ergebnis, wie er dieser Zeitung sagt. Dass die vor zehn Jahren gegründete „Stimme“ keine Partei ist und sich mittlerweile in der Stadt etabliert hat, dürfte sicher geholfen haben. „Ein Trend, der der Kommunalpolitik guttut“, glaubt Käding. Die „Stimme“ werde im Parlament zunehmend gehört. Auch bei der schwierigen Haushaltsdebatte habe man sich einbringen und Positionen durchsetzen können. Mit einem weiteren Vertreter im Magistrat und in den Ausschüssen sei diese Position noch gestärkt worden. Norbert Schön werde als Stadtrat wohl weitermachen, einen zweiten gelte es zu finden. Käding selbst will Fraktionsvorsitzender bleiben. Es gelte nun, getroffene Entscheidungen gegebenenfalls neu zu bewerten. „Die Stadt kann keine größeren Sprünge mehr machen.“
Eine erste Gratulation kam von der CDU, die mit 27,7 Prozent der Stimmen ihre neun Sitze und damit auch ihre Position als stärkste Fraktion hält. Zusammen hätte Schwarz-Blau eine Mehrheit. Schon beim jüngsten Grundsteuer-Kompromiss hatten CDU, „Stimme“ und FWG zusammengearbeitet.
Ob es dazu kommt? In den vergangenen fünf Jahren hatte es im Rosbacher Stadtparlament meist sachorientierte Diskussionen und wechselnde Mehrheiten gegeben. Im Gegensatz zu früheren Zeiten herrscht weitgehend Harmonie. „Wir wollen unsere Stadt weiterhin mit Augenmaß, Verlässlichkeit und einer klaren Orientierung weiterentwickeln – im engen Dialog mit den anderen Fraktionen und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern“, sagt CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzender Jörg Egerter. Die Union habe mit 27,7 Prozent der Stimmen an das „hervorragende Ergebnis“ der Kommunalwahl 2021 (28 Prozent) anknüpfen und „ihre führende Rolle eindrucksvoll bestätigen“ können. Er dankt den politischen Mitbewerbern für den fairen Wahlkampf.
Das tat auch die FWG, die das Ergebnis von 2021 (14,6 Prozent) mit 14,3 Prozent nahezu halten konnte, dennoch einen Sitz im Parlament abgeben muss. Auch die FDP lässt Federn: Trotz gutem Ergebnis in Rodheim reicht es nur für sieben Prozent und zwei Sitze in der Stadtverordnetenversammlung. Und: Die FDP wird ihren Sitz im Magistrat an die „Stimme“ abgeben müssen.
Zufriedenheit dagegen bei den Grünen, die das Ergebnis von 2021 (17 Prozent) halten konnten. Mit 16,9 Prozent liege man über dem Bundestrend, freut sich Fraktionsvorsitzender Ivo Lingnau. Für seine Partei habe sich auch sonst nichts geändert: „Wir werden weiter mindestens zwei andere von unseren Ideen überzeugen müssen.“
Die SPD verliert Stimmen, kann mit 11,8 Prozent aber ihre vier Mandate behalten. Dass man dies trotz des Wegfalls von bekannten und bewährten Persönlichkeiten wie Dr. Hans-Peter Rathjens oder Heinz Sill geschafft habe, freue sie sehr, sagt die Parteivorsitzende Claudia Hetjes. Ansonsten überwiegt bei der SPD aktuell die Trauer: Kurz vor der Kommunalwahl war der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Manfred Pakullat verstorben. Er stand auch auf der Liste der SPD für den Kreistag und für die Stadtverordnetenversammlung.

