16.04.2026, 09:52 Uhr
Von: David Heßler

CDU und „Stimme“ wählen Dr. Hans-Peter Rathjens ins Amt. Drei langjährige Magistratsmitglieder wurden unter großem Beifall verabschiedet.

Rosbach – Dass zwei Fraktionen den Vertreter einer dritten Partei in ein Amt heben, ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Doch mit der Entscheidung von CDU und „Stimme“, den allseits geschätzten SPD-Politiker Dr. Hans-Peter Rathjens als Ersten Stadtrat zu wählen, haben sie den Ton für die nun angelaufene Wahlperiode gesetzt: Auch in den nächsten fünf Jahren soll es im Stadtparlament weniger um Parteipolitik und mehr um konstruktive Zusammenarbeit für Rosbach und Rodheim gehen.

Von einer grundsätzlichen und dauerhaften Zusammenarbeit mit der Union will „Stimme“-Fraktionschef Christoph Käding aber nicht sprechen. Die Wählergemeinschaft bliebe ihrer Linie treu: „unabhängige, sachorientierte und bürgernahe Kommunalpolitik ohne parteipolitische Bindungen“. Man entscheide auch künftig „ausschließlich nach inhaltlichen Kriterien“ und über Fraktionsgrenzen.


Die 31 Stadtverordneten

CDU-Fraktion (9 Sitze): Jörg Egerter, Katharina Schäfer, Katharina Hantl, Marco See, Dr. Philipp Gerlach, Alexander von Griesheim, Heiko Müller, Harry Paduch, Henrik Schnabel

„Stimme“-Fraktion (7 Sitze): Christoph Käding, Walter Horz, Andrea Overhage, Christian Habrecht, Virginia Neisel, Andreas Kunkel, Mathilda Willitsch (Nachrückerin)

Grünen-Fraktion (5 Sitze): Ivo Lingnau, Uta Meißner, Nicole Jeritslev, Arne Drinkuth, Kirsten Salein (Nachrückerin)

FWG-Fraktion (4 Sitze): Rainer Schaub, Christian Lamping, Beate Karschny, Gerhard Metzger (Nachrücker)

SPD-Fraktion (4 Sitze): Claudia Hetjes, Armin Hofmann, Tom Jacob, Peter Kopp

FDP-Fraktion (2 Sitze): Jens Jacobi, Hans-Otto Jacobi


Hantl bleibt Parlamentschefin

Die geheime Magistratswahl brachte zumindest keine Überraschungen: Neben Rathjens bilden die Stadträte Johann Baptist Schneiderbauer (CDU), Guido Martin (CDU), Norbert Schön („Stimme“), Gerd Bourda („Stimme“), Betina Quägber-Zehe (Grüne) und Gerald Harff (FWG) die Stadtregierung um Bürgermeister Steffen Maar (parteilos). Die FDP ist nach Stimmverlusten bei der Kommunalwahl nicht mehr im Magistrat und den Ausschüssen vertreten.

Ohne Gegenstimmen verlief auch die Wiederwahl von Stadtverordnetenvorsteherin Katharina Hantl (CDU). Dabei sei es keineswegs selbstverständlich gewesen, dass Hantl sich erneut für dieses Amt zur Verfügung gestellt habe, sagte Fraktionsvorsitzender Jörg Egerter und sprach damit einen Vorfall aus dem Februar an, als der SPD-Sprecher Herbert See Hantl diskreditiert hatte. Er danke den Wählern, dass diese See nicht ins Parlament gewählt hätten und auch der SPD, See nicht für Magistrat nominiert zu haben. Hantl stehe in einer Reihe „starker CDU-Frauen“, die in den vergangenen drei Jahrzehnten die Sitzungsleitung innegehabt hätten, sagte Egerter. Hantls Stellvertreter sind Christoph Käding („Stimme“), Ivo Lingenau (Grüne) und Rainer Schaub (FWG).

Ohne die beiden FDP-Fraktionsmitglieder Jens und Hans-Otto Jacobi wird die Arbeit in den Ausschüssen vonstattengehen. Im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Umwelt- und Planungsausschuss werden je zwei Vertreter von CDU und „Stimme“ sowie je einer von Grünen, FWG und SPD sitzen.

Schmidthals und Sill verabschiedet

Herzlich und mit viel Applaus verlief die Verabschiedung von drei verdienten Kommunalpolitikern. Der bisherige Erste Stadtrat Stephan Schmidthals (CDU) und auch dessen Vorgänger Heinz Sill (SPD) wurden von Bürgermeister Steffen Maar und ihren Parteien mit Geschenken und Dankesworten (sowie Umarmungen) bedacht. Schmidthals habe in seinen zehn Jahren im Magistrat insbesondere im Bereich Sport (Eisenkrain) maßgebliche Akzente gesetzt, hieß es nach der Sitzung von der CDU. Er habe mit seinem unermüdlichen Engagement, aber oftmals auch seiner unbequemen Art, deutliche Spuren hinterlassen. Die ebenfalls ausgeschiedene Stadträtin Andrea Nöchel-Jacobi (FDP) war am Abend verhindert.